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USA 2010 – Tag 6: Grand Canyon

Gestern Abend ging Google Mail nicht, deshalb hier der gestrige Eintrag (wir gehen jetzt das Spiel schauen): 

Eine kurze Info an alle, vorallem an die, die das hier nicht über Google Buzz lesen, sondern einfach nur auf die Seite schauen: Sobald jemand einen Kommentar zu einem Beitrag schreibt, wird der Beitrag nach oben gezogen. Es kann also sein, dass weiter unten noch neuere Einträge existieren, die aber halt nicht ganz oben angezeigt werden, weil jemand zu einem alten Beitrag einen Kommentar geschrieben hat. Klingt komisch, ist aber so. Also achtet mal darauf, nicht, dass ihr noch einen unserer geistigen Ergüsse verpasst.

Wir haben uns heute einen vergnüglichen Tag im Grand Canyon gegönnt. Morgens sind wir in diesem kleinen Doppelbett aufgewacht (man waren die Leute im 18. Jahrhundert klein) und etwas verknirscht ins Auto gestiegen.

Nach ein-einviertel Stunden Fahrt sind wir dann am Grand Canyon gewesen. Diese Entfernungen sind irgenwie unglaublich. Williams wird als „gleich neben dem Grand Canyon NP“ beworben, dabei reden wir hier von einer Entfernung von Ehingen nach Augsburg. Gut, man fährt diese Zeit mit Tempomat geradeaus, was das irgendwie weniger dramatisch erscheinen lässt, aber dafür hat man mit fast Sekundenschlaf zu kämpfen.

Autofahren auf Amerikas Straßen ist dem rumsitzen in der Schule gleichzustellen. Manchmal interessant, aber die meiste Zeit kämpft man mit fallenden Augen. Die Amis haben jedoch vorgesorgt: Beim überfahren der Spuren rüttelt es den SUV dermaßen durch, dass man gleich wieder hellwach ist. Mit einem Europäischen Fahrzeug bricht man sich vermutlich die Achse beim Spurwechsel.

Am Grand Canyon angekommen haben wir unsere Luxus-Wanderstiefel aufgezogen und uns euphorisch auf den Weg zur Randwanderung gemacht. Der erste Abschnitt war jedoch etwas belustigend – der Weg war asphaltiert und die Amis liefen den mit Flip-Flops ab. Das nannten die dann 1. Wanderweg 😀

Dennoch, der Anblick des Grand Canyons am ersten Viewpoint war einfach unglaublich. Wenn man diese rießige Schlucht hinunterschaut erkennt man wie klein der Mensch tatsächlich ist. Mit Menschenhand wäre so etwas nicht machbar, das konnten nur Milliarden der Wassermassen und was da noch dazu geführt hat, dass das Baby jetzt so atemberaubend ist. Wie immer auf diesem USA Trip kann ich ums verrecken mit der Kamera den Eindruck, den man von den sehenswürdigen Dingen hat nicht einfangen.

Wir haben uns dann den Tag lang die Wanderung am Rand gegönnt. Die Strecke wurde immer schwieriger bis zum Schluss sogar tatsächlich etwas echter Wanderpfad vorhanden war. Tatsächlich war es sogar so, dass der Abschnitt mit dem echten Wanderweg uns mit dem vermutlich besten Foto des Grand Canyon Ausflugs belohnt hat.

Das einzige Foto mit uns beiden hätte fast in einem Desaster geendet. Der gute Mann, dem ich vertrauensvoll meine Kamera anvertraut hatte, dachte sich er kann bisschen damit Jonglieren. Ich stand am Rand der Schlucht, sah wie der Wind (Sarah nennt es Rache des Canyongottes) die Kappe des Kerls runtergeweht hatte und konnte dann in Zeitlupe betrachten wie sich mein Baby (die Kamera) auf eine Begegnung mit dem Boden eingestellt hatte.

Naja, der durchschnittliche Amerikaner hat jedoch mit 2 Jahren bereits Baseballtraining, weshalb der Kerl das Ding dann doch noch elegant gefangen hat. Zum Glück für ihn – meine Rache wäre mit dem flauen Furzwindchen nicht vergleichbar gewesen.

Ach habe ich schon erzählt, dass wir eine Cappy für mich gekauft haben? Im Walmart für 5$, Original NFL Cappy. Brauchte ja etwas um meinen schönen Kopf zu schützen, also haben wir das Ding eingepackt. Der Slogan „Raiders“ störte mich eigentlich bis dahin nicht, aber heute kam ein Junge auf mich zu und sprach zu mir: „Raiders suck“. Ich glaube ich habe auf das falsche Pferd gesetzt – der Papa meinte nämlich, dass die aus der Hometown der Raiders kommen und sogar die die scheiße finden.

Hoffentlich werde ich nicht verkloppt von irgendwelchen gegnerischen Fans.

Ok, was noch. Ahja, der Grand Canyon war also toll, wir sind begeistert und jetzt total am Arsch. Heute fallen wir ins Bett wie tote und morgen geht es nach Page (am Abend). Auf dem Weg dahin betreten wir Indianerland um zu sehen wie die Najavos so tatsächlich leben. Ich hoffe nach dem heutigen Tag bin ich nicht mehr so der weiße Mann – tatsächlich habe ich mich sogar den Rothäuten angepasst.

Morgen früh um 7:00 AM läuft übrigens das Spiel Deutschland vs. Argentinien, was wir dann morgen in unserem Hotel anschauen werden… wehe die deutsche Mannschaft blamiert uns vor den Amis.

Gruß an die Heimat

Thomas und Sarah

USA 2010 – Tag 4: Joshua Tree NP

Zum gestrigen Tag wollte ich ja noch was schreiben. Gestern Abend war ich schon so Todmüde, dass mir beim Schreiben des gestrigen Eintrages etliche male die Augen zugefallen sind. Ich hoff, die gestrigen Sätze ergeben einen Sinn und haben nicht zuviele Rechtschreibfehler 😉

Wir haben jetzt 06:49 morgens und der heutige Zeitplan ist ziemlich straff Nach dem Duschen und Frühstücken (ist heute im Motelpreis von 60$ inbegriffen) fahren wir c.a. 7 Stunden nach Sedona. Heute lautet die Devise komplett „Der Weg ist das Ziel“. Wir fahren den Highway 40 entlang an der Grenze zur Mojave Wüste. Die ganze Strecke soll schön sein und auf dem Weg soll es noch einen Abstecher zu einer Salzmine geben. Wir sind mal gespannt 🙂

Draußen ist es enorm stickig – ich bin Gott froh, dass die Amis selbst im abgelegensten Hinterhofmotel Klimaanlagen anbieten. Man kühlt den Raum am besten am Abend runter, damit es in der Nacht nicht zu heiß wird. Schlafen mit dem Lärm der Klimaanlage kann man aber nicht. Es ist schon ein ziemlch irres Gefühl, wenn man vom klimatisierten Motelroom kurz nach draußen schaut um zu sehen was da so klappert und von der Hitze um 10 Uhr Nachts regelrecht an der Tür erschlagen wird. Selbst so spät in der Nacht haben wir gute 25° aufwärts. Wenn man also die Tür öffnet spürt man diese Wand der Hitze, die nur an dem Türrahmen gewartet hat um einem einen Schlag zu versetzen.

Ach ich schweife schon wieder umher. Ich wollte eigentlich etwas zum gestrigen Tag schreiben.

Gestern fuhren wir aus L.A. raus auf die Autobahn in Richtung Osten. Das Auto hat einen integrierten Kompass, da alle Wegbeschreibungen eigentlich nur die Straßennummern tragen mit einem Zusatz der Himmelsrichtung. Man fährt also in Amerika tatsächlich noch ganz klassisch nach Kompass.

Auf der Karte sah der Weg so klein aus – Mal kurz aus L.A. raus und dann schon eine der nächsten Städte… Pustekuchen -> 3,5 Stunden Fahrt. Die Strecken sind hier echt lang.

In 29 Palms angekommen machten wir uns auf den Weg zum Oasis Visitor Center um ein paar Infos zum Joshua Tree Nationalpark zu erhalten. Die Leute dort sind wie erwartet super nett gewesen und haben uns Tipps zur Route gegeben. Auch die Fahrt am nächsten Tag nach Sedona haben die mit uns geplant, damit wir eine schöne Strecke haben. Echt unglaublich was der Staat mit diesen Nationalparks auf die Beine gestellt hat. Die 80$ für den Nationalparkausweis lohnen sich mit jedem Cent.

Wir haben uns dann wieder auf in die Stadt gemacht, um eine Bleibe für die Nacht zu finden. Im Country Inn sind wir nach ein wenig Verhandlung dann zum Glück fündig geworden und haben ein echt schönes Zimmer bekommen. Theoretisch könnten wir heute morgen in den Pool hüpfen, wenn unser Zeitplan nicht so eng wäre 😉

Der Joshua Tree Park selber war einfach unglaublich. Diese pure Natur ohne dem Straßenlärm kenne ich aus Deutschland gar nicht so. Irgendwie hört man in Deutschland immer irgendwo ein Auto eine Straße entlang fahren. Dort im Nationalpark habe ich zum ersten mal seit Fuerteventura wieder die absolute Ruhe gehört. Nur wir, ein paar spanisch plappernde Touristen (die wir auch nur kurz gesehen haben) und die Natur mit ihren Vögeln, ihrem Windrauschen und ihren Killerbienen. Habe ich schon von der Killerbienen Warnung geschrieben? Ein dickes Schild am Visitor Center machte auf die „Todays Warning“ aufmerksam… bitte die Bienen nicht nerven oder aggressiv machen, sonst fressen sie dich mit Haut und Haaren. Sarah und ich haben uns dank dieser Warnung bei jedem Summen Ted Bundy in Bienenform vorgestellt und uns dementsprechend in die Hosen gemacht. Aber naja alles nicht der Rede Wert – die Natur hat uns akzeptiert und wir leben immer noch.

Zum Joshua Tree kann man gar nicht soviel schreiben, man muss diese Felslandschaften gesehen haben. Selbst die Fotos die wir geschossen haben können das gar nicht so einfangen.

Der Joshua Tree Nationalpark hat auch ein paar schnuckelige Einwohner. Am liebsten waren uns die drei Klapperschlagen die wir gesehen haben. Es ist schon erstaunlich wenn man ein solches Ding mal in der Natur sehen kann. Meist sieht man die Dinger nur in Terrarien, aber wenn die Klapperschlange sich 2-3 Meter von einem bewegt stockt man schon kurz.

Dann gibt es im Park noch viele Springmäuse, Geckos und andere Viecher die man sonst nur im Zoo so nah zu Gesicht bekommt.

Heroisch haben wir außerdem noch einen Babyhasen gerettet, der dann am späten Abend in Richtung einer großen Schlange gehoppelt ist. Ich hoffe die Schlange nimmt es uns nicht allzu übel, dass wir ihr das abendliche Festmahl verwehrt haben.

Naja ich gehe mich jetzt Duschen und dann gehts auch schon los.

Gruß an die Heimat

Thomas und Sarah

Nutzloses Wissen: Im Gegensatz zu den Gerüchten kennen die Amerikaner die Fußball WM. Es gibt sogar bei Jack in the Box ein WM Spielzeug im „Happy Meal“. Der Ami bei Denny’s im Restaurant sagte nur „Germany will win the world cup“ 😀 Wir haben also auch Fans auf dem Kontinent hier.