USA 2010 – Tag 13: Yosemite National Park

Am nächsten Morgen hatte uns das unmoralische Couponheft, welches wir vom asiatischen Hotelier bekommen haben, auf den Weg in das „Village“ gebracht. Allgemein gibt es irgendwie viele „the Village“s in den USA. Die Leute verbinden damit wohl die Gemütlichkeit der Kneipen und Läden auf engstem Raum. Normalerweise gibt es wenig Gebäude/Läden/Örtlichkeiten im Westen der USA, die sich einen begrenzten Raum teilen. Meist gibt es einen rießigen Parkplatz, für evtl. mehrere Shops (ähnlich dem IKEA Parkplatz in Ulm) über welchen man dann in die rießigen Gebäude (u.a. auch von der Höhe her – Heizkosten müssen die haben…) entlangschlendern und in den für europäische Verhältnisse breiten Gängen regelrecht Zelte aufschlagen kann. Ein Amerikaner in einem Schlecker Markt fängt wohl an schwer zu atmen und klaustrophobische Anfälle zu bekommen.

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USA 2010 – Tag 12: Monolake und leckere US Pizzen

Fast komplett geschmolzen machten wir uns auf den Weg zu den Mammoth Lakes – die wir dann nicht mal gesehen haben – aber dazu mehr später. Es ist schon ziemilch irre, wenn man von diesen 50-200°C des Death Valley in nur wenigen Meilen (es waren vielleicht 250) einen krassen Gegensatz erlebt. Man sieht im Death Valley aus dem Fenster und betet, dass das Auto nicht verreckt. Sieht man jedoch nur 2 Stunden später aus dem Auto, kann man den Brüdern der Alpen ins Gesicht starren. Man sieht Eisgipfel und fruchtbares Land um einen herum. Man kann das Wasser fühlen, das sich verantwortlich für das saftige Grün der Wiesen und Wälder zeigt. Ein verachtender Blick auf die Rückbank zur Kühltasche sagt „Du bist nutzlos geworden“. Alles in allem ein Klima, welches vor allem Sarah wesentlich besser gefallen hat.

Wir fuhren mit offenen Mündern zunächst zum Monolake. Der See opferte sich für die Wasserverschwendung der Los Angeles Einwohner über etliche Jahre. Als die Jungs plötzlich gemerkt haben „Ups, das Ding ist ja fast nur noch ein Teich“ sind die erst 1994 auf die Idee gekommen das ganze ein wenig zu regulieren. Seitdem befindet sich das Wasser auf dem Vormarsch und wird bei einem Anstieg von 1 Fuß pro Jahr (Amerikaner messen mit Körperteilen) in 23892389322 Jahren Rache an Los Angeles nehmen. Bis dahin können wir jedoch einen wunderschönen See genießen. Die Zufahrt zum See war zwar eine qualvolle Schotterpiste, aber unser geliebter Ford Escape (R.I.P) hat mit dem Ding kurzen Prozess gemacht. Am Eingang zum Monolake saß ein komischer Knauz im Häuschen, der uns super nett ein paar Infos zum See mitgegeben hat. Die Amis haben mit dem National Park System etwas geiles auf die Beine gestellt. Man kann an diesen National Parks, National Recreation Areas, National Monuments usw. überall die Ranger sehen und diesen auch dumme Fragen stellen. Die Ranger können dann sogar auf die dummen Fragen antworten, obwohl die beiden am Monolake eigentlich auf dem ersten Blick nur Kloputzen und Ticketverkäufer in Uniform waren.

Am See angelangt durften wir von der uniformierten Reinigungskraft eine kleine Lehrstunde in Sachen Fliegen am See und Microgarnelen genießen. Der See hat einen schwarzen Rand, der beim näher hinlaufen verschwindet. Es stellte sich raus, dass dieser schwarze Rand nichts weiteres als komische Fliegeviecher sind, die es nur am Monolake gibt. Das sind Fliegen, die im Wasser überleben können, weil die sich eine kleine Luftblase um sich selbst gönnen. Nachdem wir dieses Wissen erlangt hatten, haben wir die Idee verworfen ein wenig in den See zu Tapsen… nicht einmal mehr den Finger wollten wir ins Wasser stecken (um ihn abzulecken… der Monolake ist 2,5fach salziger als der Pazifik). Am Rand des Sees paaren sich nämlich auch noch die Microgarnelen wie die Kanickel – die beiden Schweine wollten wir dann nicht auch noch wegschlotzen.

Warum diese ganze Exkursion an euch alle die mitlesen? Nun zum ersten seit ihr uns alle zu doof. Zum zweiten  versteht sonst keiner die komischen Bilder von dreckigem Seerand, Händen die 10ml Wasser mit einem fleckchen Rotz in der Mitte und steinähnlichen Gebilden. Die steinähnliche Gebilde kommen übrigens von dem Hin und Her mit dem See. Als der See zurückgegangen ist, wurden die ganzen Ablagerungen am Boden sichtbar. Als der See dann mal mehr und mal weniger Wasser beim abzapfen hatte haben die sich immer mehr und immer höher abgelagert. Das Ergebnis ist eine Art Steinsäule die man besser nicht zu hart anfasst – zerbröselt leicht und man wird von Putzkräften verkloppt.

Den Monolake haben wir uns übrigens nur angeschaut, weil Sarah ein Referat in Englisch darüber gemacht hätte… tja jetzt hätte sie viel darüber sagen können – hätten wir die Reise nur ein dreiviertel Jahr früher gemacht. Hat sich aber gelohnt, einen solch schönen See hätte ich gern mal in Deutschland gesehen (der Bodensee hat ja leider inzwischen fast überall Beton drumrum)

Nachdem wir unseren Wissensdurst befriedigt hatten, sind wir elegant an unserem Hotel für die Nacht vorbeigefahren. Unsere Route sollte uns noch gute 1,5 Stunden Fahrt weiter weg führen – in die Geisterstadt Bodie.

Bodie ist toll, wenn nicht soviele Leute dort wären. Überall hüpfen Fotografen rum, robben auf dem Boden und versuchen das schönste Bild von dem alten Scheiss, der auf dem Boden liegt, zu machen. Sieht aus wie ein Drillcamp für Stativfetischisten. Viel Geisterstadt feeling bekommt man also dort nicht, dennoch ist es interessant eine solch verfallene Stadt zu sehen, die erst ein wenig über 100 Jahre auf dem Buckel hat. Viel Geschichte ist noch erhalten, die man aber nur erhält, wenn man ein paar Dollar für die Infoheftchen ausgibt. Geizig wie wir sind, haben wir uns eigene Geschichten erdacht, die vermutlich spannender waren als die übliche „Mag Gold, kein Gold da, Bye“-Geschichten dieser Geisterstädte.

Die Fahrt nach Bodie ist übrigens die größte Härteprobe für unseren geliebten Ford Escape (R.I.P) gewesen. Der gute Junge durfte uns über Hügel und messerscharfe Steine führen, über Offroad Pisten die dem Vermieterunternehmen wohl die Haare zu Berge stellen dürfte. Unser Golf dürfte wohl nach der ersten Kurve aufgegeben haben, aber nicht so unser geliebter Ford Escape (R.I.P).

Sarah wurde schon ein wenig quängelig, also mussten wir uns schleunigst auf den Weg in die Heia machen. Der kranke Jammerlappen flackte sich dann ins Motelzimmer und ich durfte ihr Tee und Pizza bringen. Das Motel im Mammothlake hatte übrigens einen sehr coolen Asiaten als Besitzer. Der Kerl stammt aus einer Soldatenfamilie und hatte alle der neueren Kriege erlebt. Seine Porsche Fahrzeuge kauft er immer direkt in Deutschland, da sein Bruder hier stationiert ist und der das Ding dann ohne Steuernachzahlung oder Umbauzwang nach Amerika schiffen kann. Im Gespräch habe ich dann auch gelernt, dass Amis eine andere Vorstellung von unseren Gesetzen haben als wir: „Eure Autos könnt ihr haben wie ihr wollt – keine komischen Einschränkungen riegeln eure Fahrzeuge bei 160km/h ab und auch sonst könnt ihr viel mehr an den Dingern machen als wir Amerikaner“. Die Grauen des Tüvs kannte er aber noch nicht, also musste ich seine Träumerein ziemlich zerschmettern – armer Kerl. Am Mammoth Lake haben wir übrigends so ziemlich die beste Pizza unseres Lebens gegessen. Schön dicker Boden, aber auch ebenso dicker Belag – Belag: Chicken, „Pepperonis“ (kleine scharfe Salami), Zwiebeln, amerikanischer zieh-zwei-meter-lang-beim-beissen Käse und eine leckere Soße drauf… genauso muss eine Pizza schmecken. Sarah war wieder gesättigt und zufrieden, ihr Schnupfen ging auch zurück und ich freute mich schon auf bessere Zeiten. Alles war wunderbar.

Nach dem Schreiben des Beitrags ist mir übrigens aufgefallen, dass wir weder Bilder vom Schwarzen Rand des Sees, noch von den Garnelen haben… naja was solls, dafür habt ihr alle was gelernt.

USA 2010 – Tag 11: Death Valley

Ja, das Tal des Todes haben wir widererwarten überlebt. Es ist schon unglaublich, da kommt man aus der Hitze Las Vegas und denkt sich „wieviel schlimmer kann es schon werden“. Während man so durch in das Death Valley reinfährt sagt man sich noch: Hach wirkt ja kaum so dramatisch – was man jedoch vergisst: Die Klimaanlage des Fahrzeugs ist kein guter Repräsentant des Außenklimas.

Wir fuhren also fast an die Ranch ran, in welcher wir übernachteten und stiegen an einem netten Aussichtspunkt aus. Kaum aus dem Auto ausgestiegen sind wir fast umgekippt. Diese hinterfotzige Fahrenheit Anzeige im Auto sieht immer so unspektakulär aus: „Hach 117° Fahrenheit, macht so 40°, das haben wir ja auch ab und zu in Deutschland“. Tja, 117° Fahrenheit sind jedoch um die 47,5° und das ist die errechnete Schattentemperatur. Schatten gibt es im Death Valley jedoch eh nicht und die gefühlte Lufttemperatur liegt so zwischen Pizzaofen und Hölle. Es ist einfach unglaublich, man muss es wohl erst selber erlebt haben, bis man glauben kann, dass es einen solchen Ort auf Erden gibt. Man hofft auf die kühle Windbrise, jedoch ist die vergleichbar mit einem Fön, der auf die maximale Hitzestufe gestellt worden ist. Man spürt wie der Windstoß einem die letzten Tröpfchen Tränenflüssigkeit aus dem Auge herausbrennt um einem zu beweisen, dass Wasser in diesem Tal keine Chance hat. Nachdem wir auf das Tal der Tatsachen gebracht worden sind (Ha, tolles Wortspiel) hatten wir uns auf die Klimaanlagen der Ranch gefreut. Kaum in die Rezeption getreten hatte ich mich auf die gewohnte -3°C Kühle  der amerikanischen Räume gefreut – Pustekuchen „AC down“ – ARGH.

Schnell hat mich der Kerl jedoch beruhigt, die Klima sei nur in der Rezeption defekt, die Zimmer sollten wunderbar funktionieren. Meine Freude war jedoch nur von kurzer Zeit, denn Sarahs Erkältung sollte mir einen Strich durch die Rechnung machen. Da die Klimas die Luft so trocken machen und Sarah vermutlich von denen die Erkältung hat, durfte ich bei guten 40°C Außentemperaturen das Bett vollnässen. Hauptsache die Frau ist glücklich…

Das Zimmer war für den Preis eigentlich eine Frechheit, aber wenn man das einzige Hotel im Umkreis von 200km ist, kann man wohl den Kapitalisten raushängen lassen. Sauber war es zwar, aber diese Killerinsekten mit ihren dermaßen juckenden Stichen…. Den Tag haben wir mit einem Waschtag im Ausklang gebracht. Die Waschräume auf der Furnance Creek Ranch sind ein Paradebeispiel für amerikanischen Verschwendergeist. Die Hütten selber verfügen über keinerlei Wäscheleinen oder Wäscheständer. Der Waschraum hat diese Funktion ebenfalls nicht. Es existieren jedoch 6 Wäschetrockner, die man für 50 Cent jeweils 20 Minuten laufen lassen kann. Man ist also am durchschnittlich heißesten Ort der Welt, wäscht dort seine Wäsche (Wasser gibts dort kaum) und Trocknet diese dann mit Strom, anstatt einfach die Luft zu verwenden, die c.a. die gleiche Temperatur wie der Trockner auf mittlerer Stufe hat. Lustigerweise können fast alle amerikanischen Klamotten getrocknet werden… deutsche Baumwollklamotten hingegen haben fast alle ein Verbotssymbol (gehen ein). Wir mussten also die nassen Klamotten mitnehmen und irgendwo im Zimmer aufhängen… und so kam es, dass wir dann die heiße Nacht in einem Zimmer mit lauter feuchten Klamotten verbringen durften. Jede Fläche, die eine Möglichkeit zum hinhängen der Klamotten bot, wurde auch mit Klamotten ausgekleidet. Es sah aus wie in einer Messiewohnung einer kaufsüchtigen Quelle Stammkundin.

Um 5:30 am nächten Morgen quälte ich mich dann aus dem Bett (Sarah dachte nicht daran ihren Hintern zu bewegen) um zum tiefsten Punkt Nordamerikas (Badwater) zu stürmen. Eine gute dreiviertel Stunde Fahrt später wollte ich mit dem versprochenen Sonnenaufgang den Tag im Zeichen eines wundervollen Fotos beginnen. Meinem Glück war es jedoch zu warm im Death Valley und so kam es, dass an diesem Morgen dem Death Valley einer der 5 wolkigen Tage des Jahres gegönnt war. Die Wolken töteten also den schönen Sonnenaufgang und ich stand einsam, verschwitzt und ohne Wasser am tiefsten und heißesten Punkt es Salzsees des Grauens. Die Fotokamera in der Hand im Wissen, dass sich das ganze nicht lohnt trampelte ich wieder die guten 1,5 km zurück zum Wagen. Trotz allem war der Rückweg ein tolles Erlebnis. Man konnte zwar kaum schöne Fotos schießen, aber ich konnte den sogenannten Artist Drive, den Devils Golfcourse und andere tolle Punkte des Death Valleys im Morgenlicht sehen. Die Wolken verhinderten ein wenig, dass ich gleich wegschmolz (es waren nur 110° Fahrenheit -> 42°C oder so) und keine Sau war um die Uhrzeit dort. Ich war an fast allen Punkten die einzige Person im Umkreis von 1-2 km – es war schon ein irres Gefühl, diese Einsamkeit.

Als ich zurückkam weckte ich die Leiche und drillte sie darauf alles zusammenzupacken, damit wir schnellstmöglich aus dem Schmelztiegel verschwinden konnten. Eine Mittagszeit im Death Valley wollte ich nicht erleben. Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg in die kühle Freiheit. Auf halbem Wege hielten wir jedoch noch an den beeindruckenden Sanddünen an, die wir aber nicht bezwungen haben. Der Schweiß beim rüberlaufen an die Aussichtspunkte hat uns schon genügt und Sarah hatte ohnehin schon die Schnautze voll von der Hitze.

So machten wir uns auf dem Weg zum Mono Lake, der Geisterstadt Bodie und dann zu unserer nächsten Übernachtungsstation: Mammoth Lakes.

Wer sich fragt „Wen interessiert dieser ausführlicher Scheiß überhaupt?“, der kann gerne eine Reklamation schreiben und vielleicht bekommt er dann sein Geld für diesen Eintrag zurück. Wir schreiben hier das so ausführlich auf, um in ein paar Jahren beim Löffeln Gesprächsthemen zu haben. Sarahs Gedächnis ist fürn Arsch und ich kann mich schon nicht mehr erinnern was ich vor einer halben Stunde gegessen habe (oder ob ich gegessen habe, deswegen esse ich einfach nochmal). Wir brauchen das also dokumentiert, damit das Geld das wir investieren nicht weggeschmissenes Geld ist. Ihr dürft also an unserer Investition teilhaben, komplett kostenlos und unverbindilch.

wir sind aktuell übrigens immer noch in San Francisco, aber es ist jetzt schon 11 Uhr und morgen haben wir einen langen Tag vor uns… also keine Lust mehr für heute.

Gruß an die Heimat Thomas und Sarah

USA 2010 – Tag 9/10: Bryce Canyon, Zion National Park, Ankunft in Vegas

Die letzten beiden Tage waren wir etwas schreibfaul. Wir waren zunächst im Bryce Canyon und darauffolgend im Zion Nationalpark. Beides wunderschöne Naturlandschaften, die zwar auch im Endeffekt nur „interessante Steine“ sind, aber dennoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Zuviel zu schreiben gibt es da gar nicht – alles sah einfach nur toll aus und wir haben die Wanderungen genossen. Gottseidank haben wir die Schuhe gekauft, denn vor allem im Bryce Canyon war die Wanderung vom Sunset zum Sunrise Point ziemlich steil.

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USA 2010 – Tag 7: Page, Indianerland, Feueralarme

Wir sitzen hier im Motel 6 in Page nach einem Tag voller Rothäuten und Skalpieren. Nachdem wir morgens noch sehen durften wie die deutsche Mannschaft die alte Koksnase Maradonna dazu gebracht hat sich irgendeinen Felsen hinunterstürzen zu wollen, sind wir gutgelaunt nach Page gefahren. Das Spiel durften wir uns übrigens zusammen mit zwei Österreichern und mehreren Chinesen ansehen – eine interessante Mischung.

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USA 2010 – Tag 6: Grand Canyon

Gestern Abend ging Google Mail nicht, deshalb hier der gestrige Eintrag (wir gehen jetzt das Spiel schauen): 

Eine kurze Info an alle, vorallem an die, die das hier nicht über Google Buzz lesen, sondern einfach nur auf die Seite schauen: Sobald jemand einen Kommentar zu einem Beitrag schreibt, wird der Beitrag nach oben gezogen. Es kann also sein, dass weiter unten noch neuere Einträge existieren, die aber halt nicht ganz oben angezeigt werden, weil jemand zu einem alten Beitrag einen Kommentar geschrieben hat. Klingt komisch, ist aber so. Also achtet mal darauf, nicht, dass ihr noch einen unserer geistigen Ergüsse verpasst.

Wir haben uns heute einen vergnüglichen Tag im Grand Canyon gegönnt. Morgens sind wir in diesem kleinen Doppelbett aufgewacht (man waren die Leute im 18. Jahrhundert klein) und etwas verknirscht ins Auto gestiegen.

Nach ein-einviertel Stunden Fahrt sind wir dann am Grand Canyon gewesen. Diese Entfernungen sind irgenwie unglaublich. Williams wird als „gleich neben dem Grand Canyon NP“ beworben, dabei reden wir hier von einer Entfernung von Ehingen nach Augsburg. Gut, man fährt diese Zeit mit Tempomat geradeaus, was das irgendwie weniger dramatisch erscheinen lässt, aber dafür hat man mit fast Sekundenschlaf zu kämpfen.

Autofahren auf Amerikas Straßen ist dem rumsitzen in der Schule gleichzustellen. Manchmal interessant, aber die meiste Zeit kämpft man mit fallenden Augen. Die Amis haben jedoch vorgesorgt: Beim überfahren der Spuren rüttelt es den SUV dermaßen durch, dass man gleich wieder hellwach ist. Mit einem Europäischen Fahrzeug bricht man sich vermutlich die Achse beim Spurwechsel.

Am Grand Canyon angekommen haben wir unsere Luxus-Wanderstiefel aufgezogen und uns euphorisch auf den Weg zur Randwanderung gemacht. Der erste Abschnitt war jedoch etwas belustigend – der Weg war asphaltiert und die Amis liefen den mit Flip-Flops ab. Das nannten die dann 1. Wanderweg 😀

Dennoch, der Anblick des Grand Canyons am ersten Viewpoint war einfach unglaublich. Wenn man diese rießige Schlucht hinunterschaut erkennt man wie klein der Mensch tatsächlich ist. Mit Menschenhand wäre so etwas nicht machbar, das konnten nur Milliarden der Wassermassen und was da noch dazu geführt hat, dass das Baby jetzt so atemberaubend ist. Wie immer auf diesem USA Trip kann ich ums verrecken mit der Kamera den Eindruck, den man von den sehenswürdigen Dingen hat nicht einfangen.

Wir haben uns dann den Tag lang die Wanderung am Rand gegönnt. Die Strecke wurde immer schwieriger bis zum Schluss sogar tatsächlich etwas echter Wanderpfad vorhanden war. Tatsächlich war es sogar so, dass der Abschnitt mit dem echten Wanderweg uns mit dem vermutlich besten Foto des Grand Canyon Ausflugs belohnt hat.

Das einzige Foto mit uns beiden hätte fast in einem Desaster geendet. Der gute Mann, dem ich vertrauensvoll meine Kamera anvertraut hatte, dachte sich er kann bisschen damit Jonglieren. Ich stand am Rand der Schlucht, sah wie der Wind (Sarah nennt es Rache des Canyongottes) die Kappe des Kerls runtergeweht hatte und konnte dann in Zeitlupe betrachten wie sich mein Baby (die Kamera) auf eine Begegnung mit dem Boden eingestellt hatte.

Naja, der durchschnittliche Amerikaner hat jedoch mit 2 Jahren bereits Baseballtraining, weshalb der Kerl das Ding dann doch noch elegant gefangen hat. Zum Glück für ihn – meine Rache wäre mit dem flauen Furzwindchen nicht vergleichbar gewesen.

Ach habe ich schon erzählt, dass wir eine Cappy für mich gekauft haben? Im Walmart für 5$, Original NFL Cappy. Brauchte ja etwas um meinen schönen Kopf zu schützen, also haben wir das Ding eingepackt. Der Slogan „Raiders“ störte mich eigentlich bis dahin nicht, aber heute kam ein Junge auf mich zu und sprach zu mir: „Raiders suck“. Ich glaube ich habe auf das falsche Pferd gesetzt – der Papa meinte nämlich, dass die aus der Hometown der Raiders kommen und sogar die die scheiße finden.

Hoffentlich werde ich nicht verkloppt von irgendwelchen gegnerischen Fans.

Ok, was noch. Ahja, der Grand Canyon war also toll, wir sind begeistert und jetzt total am Arsch. Heute fallen wir ins Bett wie tote und morgen geht es nach Page (am Abend). Auf dem Weg dahin betreten wir Indianerland um zu sehen wie die Najavos so tatsächlich leben. Ich hoffe nach dem heutigen Tag bin ich nicht mehr so der weiße Mann – tatsächlich habe ich mich sogar den Rothäuten angepasst.

Morgen früh um 7:00 AM läuft übrigens das Spiel Deutschland vs. Argentinien, was wir dann morgen in unserem Hotel anschauen werden… wehe die deutsche Mannschaft blamiert uns vor den Amis.

Gruß an die Heimat

Thomas und Sarah

USA 2010 – Tag 5: Fahrt nach Wiliams

Heute nur ein kurzer Eintrag, da die WLAN Verbindung hier in Williams etwas schlecht ist und ohnehin nicht allzuviel passiert ist.

Heute hatten wir einen Fahrtag. Insgesamt haben wir gut 540 km gemacht. Ursprünglich hatten wir geplant nach Sedona zu fahren, aber da der Kerl im Joshua Tree Park die 1-40 empfohlen hat (schöne Route) sind wir obenrum gefahren. Das ganze wäre ansich fast gleich lang gewesen, sodass der Trip nach Sedona auch möglich gewesen wäre… wir haben jedoch auf der Strecke gesehen, dass man mit etwas Umweg den erhaltenen Teil der Original Route 66 befahren kann – das konnten wir uns dann doch nicht entgehen lassen. Nach Sedona hätten wir zwar dann immer noch fahren können, jedoch wären wir dann dort erst um 8 gewesen. Also haben wir uns gedacht was soils und sind dann direkt nach Williams, in die Nähe des Grand Canyon Nationalparks gefahren. In Williams müssen wir ohnehin morgen auch sein, also haben wir versucht noch heute ein Zimmer im selben Hotel wie für morgen geplant zu bekommen. Was wir dann auch zur gleichen Rate bekommen haben.

Die Fahrt nach Williams über die 1-40 war mit wundervollen Landschaften übersäht. Wir konnten regelrecht zusehen wie wir aus der steinigen Wüstenlandschaft in Richtung fruchtbares Land kamen. Auf dem Weg haben wir noch etwas unglaubliches gesehen: Schnee in der Wüste. Naja nicht wirklich Schnee, aber schneeweise Landschaften mitten drin. Wie wir erfahren haben, wird in dem Abschnitt der Wüste Salz produziert. Da sind dann Fahrzeuge rumgefahren und haben dann das Salz von der Oberfläche geerntet. Einfach irre und bizzar.

Naja, viel mehr gabs eigentlich nicht auf der Route, das man schriftlich festhalten kann. Die Befahrung der Route 66 hatte mehr etwas vom „Wir haben es getan“ Charakter – aber auch solche Dinge will man gemacht haben. Nicht, dass die Route uninteressant wäre, aber hier ist die Natur überall so schön, dass man schwer Lieblingsstellen ausmachen kann.

Auf halben Weg der Route 66 haben wir übrigens Indianerland betreten und auch einen kurzen Stop in einem Dorf dort gemacht. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite konnten wir ein paar Männer indianisch reden hören und wir können hier bestätigen: Indianer sehen aus wie Indianer – nur halt mit Jeans und so. Ansonsten relativ unspektakulär, mit der Ausnahme, dass mir persönlich die Leute irgendwie unfreundlicher als der 08/15 Ami erschienen sind. Vielleicht bin ich einfach ein zu weißer Mann.

Angekommen in Williams haben wir uns erst in einem Dannys vollgefuttert um dann unser Hotel zu beziehen. Unser Hotel wurde 1891 erbaut und sieht auch so aus wie von damals. Die Zimmer sind komplett im alten Stil gehalten – jedes Zimmer jedoch in einem eigenen Thema. Unser Zimmer ist das 1. Weltkriegszimmer., da fühlt man sich dann auch gleich wohl. Überall an den Wänden sind gemalte Portraits von früher – Nachts werde ich vermutlich einen Infarkt bekommen. Ich hoffe hier knirscht es Nachts nicht zu sehr (wird es auf jeden Fall, da die Holzdielen hier absolut dem Klichee entsprechen). Das unglaublichste jedoch (für ein amerikanisches Zimmer): Es gibt keinen TV! Naja., dafür WLAN, also was solls.

Auf jeden Fall ein cooles Erlebnis solch ein altes Hotel und sauber ist es auch, also sind die wichtigsten Bedürfnisse erfüllt.

Heute Abend haben wir uns übrigens noch einen Gunfight ansehen können – diese Stadt hat nämlich ihre Wurzeln im waschechten Wilden Westen.

Achja einen riesigen Supermarkt haben wir auch mit allem was das Herz begehrt. Gute Preise bekommt man dort jedoch erst, wenn man Clubmember wird… und das kann man nur als amerikanischer Mitbürger. Also wohne ich ab jetzt in L.A. und bin beruflich hier in den USA. Clubcard habe ich bekommen und jetzt steht den Twinkies nichts mehr im Weg.

Also sitze ich jetzt hier mit einem Twinkie im Mund und sage gute Nacht – morgen machen wir die große Schlucht unsicher.

Gruß an die Heimat

Thomas und Sarah

Nutzloses Wissen: Amerikaner winken uns immer zu, wenn sie an uns vorbeifahren. Entweder riecht man von weitem, dass wir Ausländer sind oder das Winken bedeutet irgendetwas schmutziges.

Boah: Wir haben heute für 2,699$ die Gallone getankt. Für 11,174 Gallonen haben wir 30,16$ gezahlt. => das macht einen Preis pro Liter von 0,71$ => 0,566 => Irre.

USA 2010 – Tag 4: Joshua Tree NP

Zum gestrigen Tag wollte ich ja noch was schreiben. Gestern Abend war ich schon so Todmüde, dass mir beim Schreiben des gestrigen Eintrages etliche male die Augen zugefallen sind. Ich hoff, die gestrigen Sätze ergeben einen Sinn und haben nicht zuviele Rechtschreibfehler 😉

Wir haben jetzt 06:49 morgens und der heutige Zeitplan ist ziemlich straff Nach dem Duschen und Frühstücken (ist heute im Motelpreis von 60$ inbegriffen) fahren wir c.a. 7 Stunden nach Sedona. Heute lautet die Devise komplett „Der Weg ist das Ziel“. Wir fahren den Highway 40 entlang an der Grenze zur Mojave Wüste. Die ganze Strecke soll schön sein und auf dem Weg soll es noch einen Abstecher zu einer Salzmine geben. Wir sind mal gespannt 🙂

Draußen ist es enorm stickig – ich bin Gott froh, dass die Amis selbst im abgelegensten Hinterhofmotel Klimaanlagen anbieten. Man kühlt den Raum am besten am Abend runter, damit es in der Nacht nicht zu heiß wird. Schlafen mit dem Lärm der Klimaanlage kann man aber nicht. Es ist schon ein ziemlch irres Gefühl, wenn man vom klimatisierten Motelroom kurz nach draußen schaut um zu sehen was da so klappert und von der Hitze um 10 Uhr Nachts regelrecht an der Tür erschlagen wird. Selbst so spät in der Nacht haben wir gute 25° aufwärts. Wenn man also die Tür öffnet spürt man diese Wand der Hitze, die nur an dem Türrahmen gewartet hat um einem einen Schlag zu versetzen.

Ach ich schweife schon wieder umher. Ich wollte eigentlich etwas zum gestrigen Tag schreiben.

Gestern fuhren wir aus L.A. raus auf die Autobahn in Richtung Osten. Das Auto hat einen integrierten Kompass, da alle Wegbeschreibungen eigentlich nur die Straßennummern tragen mit einem Zusatz der Himmelsrichtung. Man fährt also in Amerika tatsächlich noch ganz klassisch nach Kompass.

Auf der Karte sah der Weg so klein aus – Mal kurz aus L.A. raus und dann schon eine der nächsten Städte… Pustekuchen -> 3,5 Stunden Fahrt. Die Strecken sind hier echt lang.

In 29 Palms angekommen machten wir uns auf den Weg zum Oasis Visitor Center um ein paar Infos zum Joshua Tree Nationalpark zu erhalten. Die Leute dort sind wie erwartet super nett gewesen und haben uns Tipps zur Route gegeben. Auch die Fahrt am nächsten Tag nach Sedona haben die mit uns geplant, damit wir eine schöne Strecke haben. Echt unglaublich was der Staat mit diesen Nationalparks auf die Beine gestellt hat. Die 80$ für den Nationalparkausweis lohnen sich mit jedem Cent.

Wir haben uns dann wieder auf in die Stadt gemacht, um eine Bleibe für die Nacht zu finden. Im Country Inn sind wir nach ein wenig Verhandlung dann zum Glück fündig geworden und haben ein echt schönes Zimmer bekommen. Theoretisch könnten wir heute morgen in den Pool hüpfen, wenn unser Zeitplan nicht so eng wäre 😉

Der Joshua Tree Park selber war einfach unglaublich. Diese pure Natur ohne dem Straßenlärm kenne ich aus Deutschland gar nicht so. Irgendwie hört man in Deutschland immer irgendwo ein Auto eine Straße entlang fahren. Dort im Nationalpark habe ich zum ersten mal seit Fuerteventura wieder die absolute Ruhe gehört. Nur wir, ein paar spanisch plappernde Touristen (die wir auch nur kurz gesehen haben) und die Natur mit ihren Vögeln, ihrem Windrauschen und ihren Killerbienen. Habe ich schon von der Killerbienen Warnung geschrieben? Ein dickes Schild am Visitor Center machte auf die „Todays Warning“ aufmerksam… bitte die Bienen nicht nerven oder aggressiv machen, sonst fressen sie dich mit Haut und Haaren. Sarah und ich haben uns dank dieser Warnung bei jedem Summen Ted Bundy in Bienenform vorgestellt und uns dementsprechend in die Hosen gemacht. Aber naja alles nicht der Rede Wert – die Natur hat uns akzeptiert und wir leben immer noch.

Zum Joshua Tree kann man gar nicht soviel schreiben, man muss diese Felslandschaften gesehen haben. Selbst die Fotos die wir geschossen haben können das gar nicht so einfangen.

Der Joshua Tree Nationalpark hat auch ein paar schnuckelige Einwohner. Am liebsten waren uns die drei Klapperschlagen die wir gesehen haben. Es ist schon erstaunlich wenn man ein solches Ding mal in der Natur sehen kann. Meist sieht man die Dinger nur in Terrarien, aber wenn die Klapperschlange sich 2-3 Meter von einem bewegt stockt man schon kurz.

Dann gibt es im Park noch viele Springmäuse, Geckos und andere Viecher die man sonst nur im Zoo so nah zu Gesicht bekommt.

Heroisch haben wir außerdem noch einen Babyhasen gerettet, der dann am späten Abend in Richtung einer großen Schlange gehoppelt ist. Ich hoffe die Schlange nimmt es uns nicht allzu übel, dass wir ihr das abendliche Festmahl verwehrt haben.

Naja ich gehe mich jetzt Duschen und dann gehts auch schon los.

Gruß an die Heimat

Thomas und Sarah

Nutzloses Wissen: Im Gegensatz zu den Gerüchten kennen die Amerikaner die Fußball WM. Es gibt sogar bei Jack in the Box ein WM Spielzeug im „Happy Meal“. Der Ami bei Denny’s im Restaurant sagte nur „Germany will win the world cup“ 😀 Wir haben also auch Fans auf dem Kontinent hier.