Schottland 2015 Tag 12 – Rückflug

Es ist Abflugtag, also wird es nichts besonders spannendes hier geben.

Wir stehen um 7 auf, fahren um 7:38 los, kaufen kurz in einem Supermarkt doch nochmal Sandwiches (man gewöhnt sich so schnell an die Dinger – und lecker sind sie auch noch). Außerdem sind die Sachen hier wesentlich billiger als in Schottland.

Die Fahrt zum Flughafen ist relativ unspektakulär. Wir müssen das Auto vollgetankt abgeben, was dazu führt, dass wir kurz vor Schluss noch etwas quälend eine Tankstelle aufsuchen müssen. Wir fahren etwas früher von der Autobahn ab um noch schnell zu tanken. Auf der Autobahn hat der Sprit 1,25GBP gekostet, während es ein paar Meter davon entfernt nur 1,09 kostet. Wir tuckern also quer durch den Rand Manchesters und müssen über 20er Zonen wieder zum Flughafen. Das Navi führt uns durch alle möglichen Seitenstraßen, und die Frontlippe des Autos meldet sich hier auch noch ein letztes mal beim Überfahren eines Tempolimithubbels.

Wir kommen an einer völlig falschen Stelle des Flughafens raus und müssen uns zurückerinnern, welchen Weg wir damals beim Rausfahren verwendet haben. Anders als an den meisten anderen Flughäfen gibt es hier nämlich irgendwie keine „Car Rental“ Schilder, die die armen Mietwagenfahrer darauf hinweisen würden, wo man denn das Scheiß Auto abgeben kann. Wir meditieren einen Moment und tun so, als ob wir wüssten wohin wir fahren. Mit ein wenig rumgurkerei finden wir dann tatsächlich den Weg zum Car Rental Village, wo wir jetzt langsam doch etwas in Zeitnot kommen. Wir wissen noch nicht, was jetzt passieren wird, wenn wir den Schaden vorne an der Lippe erläutern – vielleicht brauchen die ja eine Stunde zur Erfassung des Schadens.

Anders als erwartet läuft alles aber ziemlich glatt ab. Wir stellen das Auto ab, machen ein paar Fotos vom Auto und warten auf einen Typ, der das Ding abnehmen wird. In den USA läuft so eine Abgabe üblicherweise 1-2 Minuten nach Einfahrt ab, die sind da einfach wie am Fließband. Hier dauert es etwas bis überhaupt mal jemand kommt. Der Typ der das Auto begutachtet wird von mir gleich über den Schaden vorne informiert. Er betrachtet die Lippe von unten etwas skeptisch, zieht mal kurz etwas stärker am Plastik (keine Chance gegen das Panzertape, diese Lippe wird noch die Apokalypse überleben) und läuft weiter um das Auto rum. Er kann sonst nichts feststellen, also lächelt er mich an und frägt mich, was ich denn für die Kratzer zahlen möchte. Ich sage nur „Depends on the insurance, doesn’t it“ und er winkt ab. Er meint, dass diese Lippenkratzer kein Problem sind und wir uns keine Gedanken machen sollen. Ist kostenfrei. Huh das hätte ich jetzt nicht erwartet. Ich notiere das hier mal im Blog und wir werden ja sehen, ob in ein paar Wochen nicht doch noch ein Brief reinflattert. Es ärgert mich ein bisschen, dass ich dann kein Foto von seinem Zettel gemacht habe, aber naja wenn schon einer etwas unkompliziert machen will, sollte man selber nicht zuviel Drama drum rum machen. Ich bin nur froh, dass wir inzwischen Rechtschutzversichert sind.

Wir verbringen hier also nur knappe 10 Minuten und können uns auf den Weg zum Flughafen machen.
Am Flughafen gibt es nichts spannendes, außer die Tatsache, dass zum ersten mal Ryanair hier eine richtige Verspätung hatte. Wir müssen erst einmal eine halbe Stunde im Flughafen länger warten, aber naja irgendwie bin ich heute entspannt. Mich juckt das kein bisschen und ich nutze die Zeit um den vorletzten Beitrag fertigzuschreiben.
Wir haben einen bequemen Sitzplatz, denn nur Anfänger springen gleich zum Gate wenn die es aufmachen. Als es früher bei Ryanair noch keine festen Sitzplätze gab, hat das vielleicht noch Sinn gemacht, aber bei reservierten Plätzen kann man auch bequem sitzenbleiben, bis fast alle am Gate abgearbeitet sind. Man hat nur noch das Risiko, dass man aus irgendeinem Grund keinen Platz im Fach über dem Sitz für das Handgepäck haben könnte, aber da Ryanair irgendwie auf diesen Flügen immer das größere Handgepäck kostenfrei im Frachtraum verstauen lässt, ist das hier kein großes Problem.

Als wir im Flieger sitzen, schwitzen wir bereits, da wie schon beim Hinflug Ryanair hier mit der Lüftung spart. Alle sind Abflugbereit, also kommt es wie es kommen musste: Durchsage vom Captain, wir bekommen gerade kein Zeitfenster für den Start und müssen noch mindestens 25 Minuten hier im Flieger sitzend warten. Natürlich laufen die Flugbegleiter bereits durch und verbieten Laptops (wie beim Start üblich). Wir müssen also nicht nur warten, sondern wir müssen auch so tun, als ob wir beim „start“ wären. Naja vermutlich ist das rechtlich auch der richtige Weg, aber ätzend ist es trotzdem. Wenigstens ist der Pilot so nett und schmeißt mal endlich die Lüftung an, denn sonst wären wir hier eingegangen. Wahrscheinlich verliert er damit seinen Job, da er unnötig Sprit oder sowas rausgeblasen hat.

Sarah und ich sind diesmal auch schön schlau, denn wir haben am Flughafen von den restlichen Pfund noch Getränke gekauft. Jetzt wo wir so lange warten müssen sind die kühlen Getränke ein Gottesgeschenk.

Irgendwann fliegen wir dann doch los (länger als 25 Minuten Wartezeit). Der Flieger knallt wie schon beim Hinflug auch enorm auf den Stuttgarter Boden auf. Die Piloten bei Ryanair schonen die Flugzeuge und unsere Nackenmuskulatur nicht besonders.

Am Flughafen angekommen rufen wir unseren Shuttle Service an. Wir sollen schon mal hoch zum Abflugbereich laufen und auf ihn warten – er würde in 10 Minuten kommen. Wir gehen kurz aufs Klo und warten gemeinsam mit einem anderen Paar auf das Shuttle. Das Paar kommt aus Mallorca und hatte heute morgen noch im Meer gebadet. Der Regen hier ist für die also ein größerer Klimaschock als für uns, auch wenn wir eigentlich ebenfalls schönes Wetter hatten. Der Kerl erzählt uns, dass er beim Hinflug seine Heckscheibe vom Auto beim Einparken geschrottet hat. Die hatten also noch üblere Probleme als wir mit unserer kleinen Frontlippe. Er muss heute noch zu Carglass, also wird er nervös, als das Shuttle nach 20 Minuten immer noch nicht da ist. Wir selber sind heute ja Warten gewöhnt. Keine Ahnung was los ist, aber mich stört das Warten hier gar nicht. Irgendwas hat der Schottlandurlaub in mir gelöst, das mich zumindest bis heute tiefenentspannt.

Wir kommen dann nach nur 1 Stunde beim Parkhaus an und mit ein wenig Stau sind wir dann um kurz nach 7 im Home Sweet Home.

Als wir die Tür aufmachen gurren die Katzen freudig, was die Heimkehr natürlich versüßt. Es ist schön wieder zuhause zu sein, auch wenn der Urlaub noch so toll war.

Ach ja, in der Post liegt ein Brief bzgl. meiner geklauten Kreditkarte von vor ein paar Monaten. Nicht so tragisch, da alles Online lief und ich auch das Geld wieder zurück habe, aber die Frist auf dem Brief verlangt, dass ich eine Polizeianzeige noch heute am Ankunftstag tätige. Ich laufe also um kurz vor 8 noch in die Polizeistation rein und bin noch 2 Stunden dort Vor-Ort um die Anzeige aufzunehmen. Wie schon den ganzen Tag juckt mich das Warten irgendwie nicht. Keine Ahnung – was ist los mit mir?

Ich habe heute nicht einmal Fotos gemacht, aber es ist ein guter Moment um ein Resümee zu ziehen.

Ich schreibe diesen und den vorherigen Text bereits auf meinem kuscheligen Bett zuhause. Es ist doch irgendwie schwer an solchen Beiträgen dran zu bleiben. Ich weiß nicht wie ich die Dinger kürzer fassen kann, aber auch Videos erscheinen mir keine gute Option, da man auch dort überlegen muss was denn so los war. Ich muss irgendeine Methode finden um zumindest einen verlorenen Tag schnell nachzuziehen, da man sonst sofort hinten dran ist – und mehr als ein Beitrag an einem Urlaubstag ist eigentlich nicht machbar.

Ich merke auch wie stark die Qualität des Textes nach unten sinkt wenn ich kein Bock mehr habe. Gegen Ende eines langen Beitrags klatsche ich noch paar Sätze für den Rest des Tages rein, die eigentlich vom Erlebnis her genauso lang sein müssten. Auch sind die Texte hier von zuhause aus wesentlich unmotivierter als wenn wir es noch frisch am Abend des jeweiligen Tages schreiben.

Zukünftig werden wir vielleicht mit ein paar Bildstrecken und dafür da längerer Bildunterschrift arbeiten. Vielleicht ist das die bessere Methode – aber wenn das Internet lahm ist, sind Bilduploads unglaublich anstrengend.

Ein wenig quält uns auch die Technik hier. Es ist das erste mal, dass wir live im WordPress Blog hier etwas mitschreiben. Wir hatten schon mit Google Buzz, Facebook, Google+ experimentiert, aber so richtig die Creme de la Creme habe ich noch nicht gefunden.

Irgendwie spinnen manchmal die Bildrotationen aus der Canon DSLR – ein Rätsel das ich die nächsten Tage hoffentlich lösen kann.

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