Israel 2019 – Tag 1: Abflug und Ankunft in Tel Aviv

Der erste Tag ist abgesehen von einer ewigen Anfahrt ziemlich unspektakulär. Minimalste Beinfreiheit beim türkischen RyanAir, ein bisschen intensivere Kontrolle von den israelischen Sicherheitskräften und eine kurze Fahrt in einem israelischen Sammeltaxi sind die einzigen Punkte, die den Anfahrtstag zumindest ein bisschen interessant gestaltet haben

Tel Aviv ist von Stuttgart theoretisch 4,5h Flugzeit entfernt
Wir sind um 9:50 in Ehingen am Sonntag losgefahren und um 0:15 im AirBnB angekommen. Abzüglich der Zeitverschiebung waren wir also 13h unterwegs. Man übersieht schnell selbst bei kurzen Flügen die Tatsache, dass man zunächst beim verkacketen Stuttgarter Flughafen 2-3h vorher da sein muss (inzwischen steht da 3h – wer später kommt hat Pech wenns länger dauert).

Wir flogen mit Pegasus Airlines – das türkische RyanAir. Ich nutze diesen kurzen Beitrag nur um mich über die unmenschlich geringe Beinfreiheit beim Hinflug nach Istanbul zu beschweren. Ich gehöre mit 1,78m (wobei man sich immer selbst belügt, vermutlich sinds eher 1,76m) Körpergröße heutzutage zum unteren Ende der männlichen Skala. Meine Beine drückten den gesamten Flug gegen den Sitz vor mir. Keine Ahnung für welches Clientel dieser Flug gedacht war, aber mit der Konfiguration versuchen die den durchschnittlichen männlichen Europäer mit einer hübschen Thrombose zu versehen.

Abgesehen davon war das Fliegen aber relativ unspektakulär. Zum Essen und Trinken gab es nichts, also gönnten wir uns am STR Flughafen für 5 EUR einen Liter Cola. Da denkt man als deutscher man müsste sich vor den Abzocken in den anderen Ländern schützen, aber der Flughafen STR verkauft z.B. ein und die selbe 0,5l Cola Falsche an verschiedenen Orten mal für 2,5 EUR dann für 3,70 EUR bis hin zu 4,40EUR. Wenn man nicht genau hinschaut wird man schon hier abgezogen. Wasser ist natürlich mit mind. 2 EUR angesetzt bis hin zu 4 EUR. Bei den Amis gibt es wenigstens Trinkwasserspender, während wir uns hier in Deutschland uns beim Grundrecht auf Wasser abziehen lassen.

In Istanbul hat 1l Wasser übrigens 1 EUR gekostet.

Der Flug von Istanbul nach Tel Aviv war hingegen von der Beinfreiheit her ganz angenehm. Warum nicht immer so? Es gab zwar keine Unterhaltung o.ä., aber heutzutage hat ja eh jeder sein Handy selber dabei. Nach dem Landen habe ich dann noch festgestellt, dass es ein in-flight WiFi gab, welches sogar Filme zur Verfügung gestellt hatte. Im Vergleich zum Flug aus Deutschland hatten wir keine Verspätung beim Abflug und wir kamen sogar noch etwas überpünktlich an. Ich schiebe das gedanklich einfach auf den Flughafen Stuttgart, den ich von mal zu mal ätzender finde.

Nach der Landung im Flieger ist der erste Schritt im neuen Land immer interessant. Man spürt hier immer zum ersten mal das Klima des Landes und was einen so erwarten könnte. Klar manchmal hat man ungewöhnlich kalte oder warme Tage, aber im Schnitt haut das erste Gefühl ganz gut hin. Wir wussten auch schon, dass es warm werden wird, aber als wir hier um 22:20 Uhr nach draußen gingen knallten wir gegen eine feuchte Hitzewand. Das Klima lässt sich mit Kuba im September vergleichen – sehr hohe Luftfeuchtigkeit und eine hohe Temperatur bis in die Abendstunden. Laut Google hätten wir zwar „nur“ 20 Grad gehabt, aber die hohe Luftfeuchtigkeit gibt einem ein noch viel extremeres Gefühl.

In Israel angekommen begrüßte uns ein schöner Flughafen, welcher mit Steinmauern etwas Mueseumsfeeling rüber gebracht hatte. Ich lief rüber um ein Foto mit dem Handy zu schießen und schon kam auf mich ein israelischer Sicherheitsmann zu. Wir hatten gelesen, dass die etwas intensiver checken, aber ich dachte bei einem Flug aus der Türkei werde ich wohl der am wenigsten verdächtige sein. Er verneinte zwar ein Fotografierverbot, aber wollte dann ziemlich genau wissen wer wir sind, wohin wir gehen und was wir so treiben werden. Irgendwie beunruhigend wenn man so abgefragt wird, aber wenigstens wurden wir nirgends abgeführt.

Der restliche Security Check war hingegen kein großes Thema. An der echten Passkontrolle wars m.E. sogar eher entspannter als z.B. in den USA. Der Kontrolleur erkannte am Nachnamen gleich, dass ich aus Polen komme und begrüßte mich sogar freundlich auf polnisch.

Nach einer kurzen Wartezeit waren auch schon die Koffer da und wir konnten ohne Probleme aus dem Zoll raus. Bis dahin hatte ich schon ganz vergessen, dass wir in Deutschland am Flughafen noch eine 1l Flasche Havana gekauft haben. Wir haben gelesen, dass Alkohol in Israel sehr teuer sein soll und dann gabs auch noch den Havana Especial im Angebot am Duty Free… wir konnten einfach nicht widerstehen.

Vom Flughafen aus diskutierten wir noch etwas, ob wir für 50EUR einfach ein Taxi nehmen sollten, aber da der Zug pro Person nur knapp 3,5 EUR kostet, dachten wir uns wir wagen es mal. Der Zug wirkte als ob er von der Deutschen Bahn abgekauft worden wäre – viel Unterschied zu zuhause konnte man nicht entdecken.

Es erstaunt mich immer wieder, wie primitiv wir in Deutschland eigentlich sind. In fast allen anderen Ländern der Welt holt man sich ein Ticket, muss dann mit dem Ticket durch die automatischen Eingangsschranken und dann beim Rausgehen wieder mit dem Ticket durch die automatischen Ausgangsschranken. Keine Unklarheiten und keine unangenehmen Kontrollen im Zug.

Am Ziel angekommen hätten wir noch 20 Minuten zu Fuß laufen müssen. Mit den Koffern etwas ätzend, also überlegten wir zunächst ein Taxi zu nehmen – aber da wir schon auf Sparkurs waren versuchten wir es zuerst mit dem Bus. Da dieser jedoch erst in 20 Minuten ankommen sollte, winkten wir ein Taxi herbei. Es handelte sich da aber nicht um ein normales Taxi, sondern um ein israelisches Sammeltaxi, welches auf dem Weg busähnlich die Leute im 9-Sitzer aufsammelte. Der Weg zu unserem AirBnB sollte 6 Schekel pro Person kosten, also knapp 1,50 EUR.

Im Bus fühlten wir uns zwischen den ganzen Einheimischen etwas fehl am Platze, aber abgesehen von zwei nicht sehr vertrauenswürdigen Jugendlichen wurden wir freundlich empfangen. Man lies uns kurz vor der Unterkunft raus – unter freundlichem „Have Fun“, „Have a good trip“ von den Mitfahrenden. Ich werde ein Fan von diesen Sammeltaxis werden.

Die paar Meter zu unserer Unterkunft so nach Mitternacht in einer toten Gegend in einer Großstadt fühlen sich oftmals etwas unangenehm an. Die paar Leute die noch auf der Straße waren interessierten sich aber null für uns. Selbst der Obdachlose auf dem Weg würdigte uns keines Blickes.

Unser AirBnB war eine braune Tür zur Straße hin. Neben der Tür gibt es einen Briefkasten, den wir ohne Schlüssel aufmachen konnten. Darin befindet sich eine Code-Box. Den Code haben wir vorher vom Vermieter erhalten und konnten so unseren Schlüssel erhalten.

Das AirBnB ist eine schnuckelige Maisonette-Wohnung. Die wohltuende Klimaanlage lief schon auf Vollgas als wir ankamen, die Wohnung war wunderbar sauber (draußen liefen gestern Nacht schon paar Kakerlaken rum – wir machten uns schon Sorgen, was wir in der Wohnung finden würden) und das Bett auch gemütlich.

Noch rund 1h brauchten wir um uns einzuleben und ein wenig runter zu kommen. Das Einschlafen war dennoch irgendwie nicht so einfach, aber irgendwann gegen 2 Uhr sind auch meine Augen zu gefallen.

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